{"product_id":"2940149076208","title":"Der j\u0026uuml;ngste Tag","description":"Hallo — Tag, Zaza! Schon zurück? — Was hast du für Kritiken bekommen? — Gratuliere — Aber das ist ganz unmöglich — Übermorgen fährt mein Schiff — Ja, schon einen Monat früher — Nein! Das Gastspiel dauert trotzdem nur sechs Monate. — Ich weiß nicht — Einsam? (Sie lacht.) Aber meine liebe Zaza! In Amerika wird es doch auch Frauen geben! — Yges bleibt hier. O, er hat soviel Photographien von mir gemacht. — Gott nein! Aber er findet mich sehr schön — (Sie lacht. Es klopft. Das Mädchen tritt herein.) Warte mal einen Moment. (Zum Mädchen) Was ist?\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eDAS MÄDCHEN:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eEin Herr wünscht gnädige Frau zu sprechen, weil der Herr Yges nicht da ist.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eJEANNE:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eDie Karte?\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eDAS MÄDCHEN:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eDer Herr hat mir keine gegeben.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eJEANNE:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eHat er seinen Namen nicht genannt?\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eDAS MÄDCHEN:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eNein, der Herr ist sehr aufgeregt und hörte gar nicht.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eJEANNE:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eSieht er sehr bürgerlich aus?\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eDAS MÄDCHEN:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eNein — das eigentlich nicht . . .\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eJEANNE (lacht):\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eAlso auf Ihre Verantwortung. Lassen Sie ihn hier eintreten. (Das Mädchen ab.)\u003cbr\u003e\u003cbr\u003e(Ins Telephon) Zaza! Ich bekomme Besuch. Ja — ich weiß nicht. Aber es ist doch immerhin sympathisch, daß er so aufgeregt ist. (Es klopft.) Er kommt — Auf Wiedersehen! — Danke — Addio! (Sie legt den Hörer in die Gabel und ordnet vor dem Toilettenspiegel ihr Haar.) Herein!\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eJEANNE (springt auf):\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eRainer! (Sie streckt ihm die Hand entgegen.) Wie geht’s denn? Nun?\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eRAINER (erregt):\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eLebt Ihr Mann?\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eJEANNE:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eDas braucht uns gar nicht zu stören. Er ist nicht eifersüchtig. — Setz’ dich.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eRAINER:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eWissen Sie bestimmt, daß er nicht tot ist?\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eJEANNE (ängstlich):\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eDu fragst ja, als ob du es erwartest.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eRAINER:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eAntworten Sie!\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eJEANNE:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eOho!\u003cbr\u003e\u003cbr\u003e(Rainer sucht die Glocke und klingelt. Das Mädchen kommt sofort)\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eRAINER:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eWo ist der Herr?\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eDAS MÄDCHEN:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eDer Herr ist vor 10 Minuten fortgegangen. Er wollte in einer Stunde wieder zurück sein.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eRAINER (schreit):\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eIch habe gefragt, wo er ist.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eDAS MÄDCHEN:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eDas weiß ich doch nicht.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eRAINER:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eDanke. (Das Mädchen ab.)\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eRAINER (mit erzwungener Ruhe):\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eGestatten Sie mir bitte, Ihren Mann hier zu erwarten. Ich muß ihn sprechen. — Ich werde in den Salon gehn. — (Jeanne geht zur Tür.) Bitte, bleiben Sie nur hier. Ich möchte Sie nicht stören.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eJEANNE:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eIch glaube eher, daß ich dich störe . . .\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eRAINER (zeigt Jeanne seine Unwilligkeit, setzt sich aber auf die Chaiselongue).\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eJEANNE (setzt sich an den Spiegel, um sich zu pudern):\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eNun — was hast du erlebt?\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eRAINER:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eNichts. (Kleine Pause.)\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eJEANNE:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eIch freue mich, daß du mich mal besuchen kommst.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eRAINER:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eSeien Sie doch vernünftig. Sie können sich doch denken, daß ich hier nur herkomme, wenn ich es unbedingt muß.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eJEANNE:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eSso?!\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eRAINER:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eDas ist doch selbstverständlich.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eJEANNE:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eEin Besuch bei einer alten Freundin ist allerdings nicht selbstverständlich.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eRAINER:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eEr ist nicht notwendig.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eJEANNE:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eDie Antwort ist offen und häßlich.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eRAINER:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eIch sage auch Frauen die Wahrheit.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eJEANNE:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eUnhöflichkeit bleibt aber trotzdem ungerechtfertigte Bereicherung.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eRAINER:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eDann entschuldigen Sie.\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eJEANNE:\u003cbr\u003e\u003cbr\u003eDas ist leicht gesagt: Entschuldigen Sie! Nach deiner Stimmung zu schließen, darf ich nicht hoffen, daß du mich unterhältst, und ich kann’s jetzt nicht mehr, oder wollen wir vom Wetter sprechen? — Du kommst also her, um meinem Manne etwas zu sagen. Da muß ich schon fragen: Was? (Rainer schweigt.) Ja, du empfindest das als eine Indiskretion, aber ich hatte dir ja die Gelegenheit gegeben, mir zu erzählen, warum du mich besuchst. (Rainer schweigt.) Ich bin grausam, nicht wahr? Aber das ist deine Schuld. Warum machst du dich zu meinem Opfer? Wenn du nicht mein Freund sein kannst, warum bist du nicht mein Feind?\u003cbr\u003e","brand":"Lost Leaf Publications","offers":[{"title":"Default Title","offer_id":47165258989808,"sku":"2940149076208","price":0.99,"currency_code":"USD","in_stock":true}],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0737\/7593\/9824\/files\/2940149076208_p0.jpg?v=1763711730","url":"https:\/\/shop-qa.barnesandnoble.com\/products\/2940149076208","provider":"Barnes \u0026 Noble (DEV)","version":"1.0","type":"link"}