viel verlangt
viel verlangt: Erinnerungsbilder 1939 - 1959
viel verlangt: Erinnerungsbilder 1939 - 1959
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Auch in der Zeit des Wirtschaftswunders bleibt die Familie mittellos, aber stilvoll mit Flügel und Bibliothek, mit offenem Haus für kulturelle Kontakte und dem Gefühl „etwas Besseres" als die Neureichen zu sein. Für eine musische Bildung ist im Freundes- und Künstlerkreis gesorgt. In eine weiterführende Schul- und Ausbildung wird allerdings nur für die Brüder investiert, sie sollen den verlorenen Status der Mutter und der angesehenen Frankfurter Familie wiederherstellen. Die Heranwachsende reagiert mit Renitenz, was zum Schulverweis führt. Auf ihre Fragen erhält sie keine Antworten, leidet unter dem Wegdenken, Wehfühlen, Wegschauen in der Familie und im Nachkriegsdeutschland.
Das Gefühl, nicht mit heiler Haut davongekommen zu sein, ist ständiger Begleiter. Sie gibt die Hoffnung auf Liebe, Zuwendung und Förderung in der Familie auf und geht in die Welt, als Aupair-Mädchen nach Irland und England, dann nach Paris, wo sie zunächst eine eigene Familie und später eine eigene Firma gründet.
Inka Postrach
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