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De Gruyter

Als Zwangsarbeiterin 1941 in Berlin: Die Aufzeichnungen der Volkswirtin Elisabeth Freund

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Zeugnisse der Selbstwahrnehmung erweisen sich als zentrale Quellen der Geschichte. "Selbstzeugnisse" sind Aufzeichnungen, die individuelle und auf das "Selbst" bezogene Beobachtungen und Erfahrungen zusammenhängend zum Ausdruck bringen. In größerer Zahl gibt es sie seit dem 16. Jahrhundert. Sie sind keineswegs nur in den gebildeten Oberschichten entstanden. Zu den Selbstzeugnissen gehören auch das nüchterne "Schreibebuch" eines Schäfers über volksmedizinische Hilfsmittel gegen Krankheiten von Mensch und Tier, Erlebnis- und Erfahrungsberichte von Bauern, Handwerkern oder Soldaten, z. B. im Dreißigjährigen Krieg. Besonderes Interesse in der internationalen Forschung wie beim interessierten Publikum findet die populare Autobiographik, also die Selbstzeugnisse aus Unter- und Mittelschichten. Die Existenz dieser Texte war bisher kaum bekannt. Gerade sie aber erweisen sich als unverzichtbar für alle Versuche, soziale Praxis, Erfahrungszusammenhänge und Lebenswelten zu rekonstruieren. Selbstzeugnisse eröffnen neue Zugänge, um die historischen Akteure als empfindende und wahrnehmende, leidende und handelnde Personen zu zeigen. Die Reihe "Selbstzeugnisse der Neuzeit" versteht sich als Beitrag zur Neuorientierung historischer Forschung und zugleich als Angebot an die historisch interessierte Öffentlichkeit.
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