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Theologischer Verlag Zurich

Konrad Grebel: Ein Radikaler in der Zurcher Reformation

Konrad Grebel: Ein Radikaler in der Zurcher Reformation

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Hans-Jurgen Goertz schildert auf eine faszinierende Weise das kurze Leben eines unangepassten, eigenwillig-radikalen Menschen, der Mitstreiter der Zurcher Reformation war und dann zu ihrem scharfen Kritiker wurde. Der Unglucksmensch suchte ja immer ein Schauspiel mit traurigem Ende, schrieb Ulrich Zwingli an Joachim Vadian, den Schwager Grebels, und fugte hinzu: Jetzt hat er es. Als Rebell war er im Zurcher Oberland gefasst und ins Gefangnis geworfen worden. Diese Aussage Zwinglis wirft ein einseitiges Licht auf das Leben Konrad Grebel (1498-1526), der als Sohn eines politisch einflussreichen Patriziers in Zurich geboren wurde und schliesslich als Verfolgter im gesellschaftlichen Abseits landete. Goertz zeigt, wie der junge Grebel nach dem Abbruch seiner Studien Schwierigkeiten hatte, eine beruflich gesicherte Existenz finden und immer mehr zum Aussenseiter wurde. Er war unzufrieden mit dem Gang der Reformation in Zurich. Er hatte sie zunachst unterstutzt, dann kehrte er sich gegen Zwingli. Er verliess seine junge Familie und ging in den Untergrund. Nachdem er die Taufe an einem entlaufenen Priester aus Graubunden vollzogen hatte, bemuhte er sich vergeblich, die reine Gestalt der Kirche wiederherzustellen. Auf der Flucht vor den obrigkeitlichen Haschern verkroch er sich in den Weinbergen Maienfelds und starb schliesslich an der Pest. Hans Jurgen Goertz war bis 2003 Professor fur Geschichte am Institut fur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universitat Hamburg.

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