Evangelische Verlagsanstalt
Seele
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Das Thema 'Seele' ist vernachlassigt und hat zugleich Konjunktur. In der deutschsprachigen Diskussion taucht es als eine Art Gegenstandsbereich ebenso auf wie als Problem. Aus einer theologischen Perspektive ist zunachst an die Seelsorge und an die biblische Exegese zu denken. Auch in der Systematischen Theologie ist das Interesse an diesem Thema nach langem Schweigen neu erwacht. Das kann auch fur die Historische Theologie, insbesondere fur die Aufklarungsforschung, in Anschlag gebracht werden, auch wenn das Seelen-Thema seit jeher starker in Philosophiegeschichte und Literaturwissenschaft behandelt worden ist. Ob uberhaupt irgendwelche und wenn ja welche Implikationen eines positiven Seelenverstandnisses in Rede stehen sollten ist - nicht nur konfessionell - umstritten. Wie verhalten sich die Debatten in Medizin und Neurowissenschaften zu diesem Thema? Neben (und teilweise in) diesen Debatten finden sich Formen alternativer Eschatologie in religioser oder weltanschaulicher Hinsicht, aber auch im Grenzbereich und Zusammenspiel von (Tiefen-) Psychologie und Esoterik. Die einstige Position des Seelen-Themas als 'Zentraldogma der Aufklarung' (Carl Stange, 1925) oder als ebenso zentraler Bundelungspunkt der Renaissancephilosophie scheint dennoch in einem unausgewogenen Verhaltnis zu seiner Rolle in den heutigen Debatten stehen. Das Heft widmet sich dem Thema 'Seele' als 'Gegenstandsbereich' und als 'Problem'. Mit diesen beiden Annaherungen werden Zugange aufgezeigt, die zwischen Konjunktur, Verschwinden und Umcodieren des Themas 'Seele' changieren. Es birgt Hypotheken, aufholbare Defizite und Perspektiven fur die aktuelle theologische Debatte.
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