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De Gruyter
Fritz Mordechai Kaufmann und "Die Freistatt": Zum 'alljudischen' Literaturkonzept einer deutsch-judischen Monatsschrift
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Bislang gibt es trotz der großen Anzahl deutsch-jüdischer Periodika (von 1806 bis 1938) nur wenige Arbeiten, die sich einzelnen Titeln widmen. Die Freistatt (1913/14) ist als Zeitdokument besonders interessant, weil sie als einziges deutsch-jüdisches Periodikum eine 'alljüdische' Richtung propagiert, die sich sowohl vom liberalen als auch vom zionistischen Judentum in Deutschland abgrenzt. Geprägt ist dieses Konzept vor allem durch Fritz Mordechai Kaufmann (1888--1921). Da über ihn wenig bekannt ist, steht zunächst seine Biographie im Mittelpunkt, bevor der für ihn zentrale Kontext der 'Jüdischen Renaissance' skizziert wird. Schwerpunkte liegen in der Analyse des deutsch-jüdischen Bildes vom Ostjudentum sowie der entsprechenden Literaturdiskussionen. Zudem wird die zeitgenössische Sicht jüdischer (National-)Literatur der Literaturauffassung Kaufmanns gegenübergestellt. Die Untersuchung der Programmatik und des Literaturkonzeptes der Freistatt steht im Zentrum der Studie. Zudem wird die "Freistatt"-Debatte als Abbild der problematischen innerjüdischen Situation der Zeit beleuchtet.
Abschließend wird Kaufmanns 'Vermächtnis' dargestellt, denn auch nach dem frühen Ende der Freistatt trat deren verantwortlicher Redakteur für die alljüdische Idee ein, bevor er 1921 trotz seines großen politischen wie literarischen Erfolges den Freitod wählte.
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