Vandenhoeck & Ruprecht

Nonkonformismus: Indes. Zeitschrift fur Politik und Gesellschaft 2016 Heft 03

Nonkonformismus: Indes. Zeitschrift fur Politik und Gesellschaft 2016 Heft 03

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In Zeiten ausgepragten soziookonomischen Wandels und zunehmender Unsicherheitsempfindungen scheinen sich viele Menschen nach Geborgenheit, nach Strukturen und auch der Einbettung in das Kollektiv zu sehnen. Dabei gerat - so die These - ein Ideal zahlreicher politischer, kunstlerischer und sozialer Bewegungen mehr und mehr ins Hintertreffen: der Non-Konformismus. Galt abweichendes Verhalten vormals, speziell in einigen Subkulturen und insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren, als ein Ausdruck besonderer Individualitat und als Ziel politischer Emanzipation, so scheint es inzwischen ein verstarktes Bedurfnis zu geben, wieder genauer zu wissen, wer man ist, wo man steht, wozu man gehort - und sich entsprechend zu verhalten. Gleichwohl: Es gibt sie noch, die Formen abweichenden Verhaltens, der Devianz, der Unangepasstheit. Wir finden sie etwa in unkonventionellen Formen des politischen Protests sowie alternativen Lebensformen, von den Essgewohnheiten bis hin zum Kleidungsstil. Und der demonstrative Tabubruch wird momentan politisch und bei Wahlen gewinnbringend - man kann fast sagen: zelebriert. Ist es also womoglich voreilig, das vermeintliche Ende des Non-Konformismus auszurufen? Welche Moglichkeiten bietet Non-Konformismus als Mittel zur Bewaltigung, Uberwindung, Moderation tiefsitzender gesellschaftlicher Spannungen; welche Gefahren birgt er andererseits? Grundsatzlicher noch: Was ist heute uberhaupt Non-Konformismus - wo fangt er an, wo hort er auf?

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