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MERKUR Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken: Heft 09 / September 2013

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Das Septemberheft (Nr. 772) eröffnet mit zwei Texten, die sich mit Fragen der Authentizität beschäftigen. Martin Sabrow betrachtet das Thema aus Historikerperspektive: Woher kommt der gegenwärtige Wunsch, Relikte der Vergangenheit als Reliquien zu begreifen? Als Beispiel für den geschichtlichen Wandel figuriert dabei Friedrich der Große. Michael Rutschky wiederum konzentriert sich auf die Musealisierung weniger ferner Berliner Vergangenheiten, von der Bruno-Taut-Siedlung in Britz bis zur Eastside Gallery an der Spree. Daneben zwei literaturwissenschaftliche Texte: McKenzie Wark erklärt die antihermeneutische Komparatistik von Franco Moretti, und Georg Stanitzek folgt einer Anekdote von Carl von Linné bis zu Thomas Kapielski. In seiner ersten Soziologiekolumne nimmt Rudolf Stichweh sowohl die historische Entwicklung der Glücksforschung unter die Lupe als auch gegenwärtige Methoden, nach denen die Qualität einer Gesellschaft gemessen werden könnte. Christian Demand zieht in seiner Designkolumne verblüffende Linien von Walter Ulbricht zu Apple – und zwar im Für und Wider ästhetischer Ideologien des Glatten. Die von der Dekonstruktion nicht unbeeinflusste Germanistin Eva Geulen fragt sich anlässlich der ersten Derrida-Biografie, wie es um das Erbe des Philosophen bestellt ist. Nach sechzig Jahren wurde Pierre Schaeffers Grundlagenwerk zur konkreten Musik endlich ins Englische übersetzt: Tilman Baumgärtel feiert die (Wieder-)Entdeckung eines Klassikers. Deutschland tut sich schwer mit dem Zeremoniell – und nicht zuletzt mit der öffentlichen Anerkennungskultur: Knut Bergmann schreibt über die deutsche Haltung zum Orden. Der Historiker Jan-Markus Vömel erläutert, warum der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan mit seinen Reaktionen auf die jüngsten Proteste sein Unverständnis über die Lage im Land beweist. Von der Strickjacke zum Einfamilienhaus in Burgwedel: Philip Manow schreibt über Dresscodes und Stilformen der deutschen Politik. Am Beispiel Alfred Webers stellt sich Eberhard Demm die Frage: Wie funktioniert eine Muse? Stephan Herczeg setzt sein Journal fort.
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