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Klett-Cotta
MERKUR Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken: Heft 08 / August 2012
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Im Aufmacher des Augusthefts stellt der Kulturhistoriker Wolfgang Schivelbusch unter dem Titel 'Verbrauchskraft' eine scheinbar einfache Frage: 'Was ist und vor allem wie vollzieht sich der Verbrauch von Dingen durch den Menschen?' Schivelbusch zeigt in seinem überraschenden Blick auf die Ökonomie der Konsumtion, wie sehr Nutzung immer auch Abnutzung ist und dass allem menschengemachten Ding Verfall und Verbrauch inhärent sind. Helmut König zeichnet die Philosophiegeschichte der Bundesrepublik als Abfolge zweier Formationen – nämlich von Hermeneutik und Ideologiekritik – nach, diagnostiziert für die Gegenwart allerdings eine gewisse Unübersichtlichkeit. Im Gespräch mit Nacim Ghanbari stellt der sozialhistorisch informierte Germanist Heinrich Bosse seine jahrzehntelangen Forschungen zur Bildungsrevolution zwischen 1770 und 1830 vor. In einem Auszug aus dem Roman 'Open City' des amerikanischen Autors nigerianischer Herkunft Teju Cole geht es um Herkunft und Heimat, Exil und Orientalismus. In seiner Literaturkolumne flaniert David Wagner zunächst ohne Lektüre durch London und kann sich dann für seinen neu erworbenen Kindle begeistern. Christian Kühn führt in der Architekturkolumne vor Augen, dass die EU bislang eine wenig glückliche Hand bei ihren Repräsentationsbauten zeigt. Peter Uwe Hohendahl bespricht die jüngste Strategieanalyse Zbigniew Brzezinskis, in der Europa beim Blick auf die Weltpolitik nur mehr eine untergeordnete Rolle spielt. Eine eindrucksvolle Studie zu den Verbrechen im Spanischen Bürgerkrieg hat Timothy Snyder gelesen; Ralf Bönt unternimmt, angeregt von Benjamin Steins Roman 'Replay', einen Streifzug durch neue und alte Visionen von der Welt als Archiv. Horst Meier legt die guten Gründe dar, die gegen das Gerichtsurteil sprechen, das einem NPD-Politiker den Aufenthalt im Wellness-Hotel untersagt. Von einem Tunesienbesuch im April dieses Jahres berichtet Hansjürgen Bulkowski. Das Heft schließt mit einem Text von Jan Kedves, der den Schriftsteller Rainald Goetz beim literarischen Unterricht als Heiner-Müller-Professor beobachtet hat.
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