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"Der Liebe zur Naturgeschichte halber": Johann Natterers Reisen in Brasilien 1817-1838
"Der Liebe zur Naturgeschichte halber": Johann Natterers Reisen in Brasilien 1817-1838
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Johann Natterer (1787-1843) war einer der ersten europaischen Naturforscher, denen es gelang, in das damals kaum erforschte Landesinnere von Brasilien vorzudringen. 18 Jahre lang erforschte er im Auftrag des kaiserlichen Hofnaturalienkabinetts eine in Europa noch kaum bekannte Tierwelt, der Liebe zur Naturgeschichte halber. Johann Natterer war kein reisendes Genie, kein "Gelehrter", kein Humboldt, wie er selbst sagte. Seine Arbeit verrichtete er in der "Wildnis", abseits zentraler Orte des Wissens, wie Museum oder Universitat. Er war einer der vielen Naturforscher, die mit ihrer Sammelarbeit die Grundlagen fur naturwissenschaftliche Forschungen verfugbar machten. Zehntausende seiner Tierpraparate und ethnographischen Artefakte fullen bis heute die Speicher verschiedener Museen. Die Geschichte seiner Expedition in ihrem wissenschaftshistorischen Kontext und die Bedeutung, die Reisen und Sammeln in der Produktion von Wissen im Feld der Naturgeschichte des fruhen 19. Jahrhunderts einnehmen, sind eng verbunden mit der Personlichkeit des rastlosen Sammlers Natterer, dessen erste ausfuhrliche Biographie hier vorliegt. Natterers Reisen fuhren quer durch Brasilien, von Rio de Janeiro bis an den Amazonas, und sie fuhren zuruck nach Europa, wo im Museum, in Zeitschriften und in Reiseberichten "images" der tropischen Erfahrungen reproduziert werden.