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Interview mit Heinrich Heine: Über Dichter
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Sie kennen mein Gedicht "Belsazar?" Nun, ich habe dasselbe geschrieben, bevor ich noch das sechzehnte Jahr zurückgelegt. Und wissen Sie, was mich zu demselben inspiriert hat? Ein paar Worte in der hebräischen Hymne "Bachazoz halajla" (Um Mitternacht), die man, wie Sie wissen, an den zwei Osterabenden singt.
Es ist überhaupt nicht mehr die Zeit für Gedichte, weder hier noch in Deutschland - in Deutschland schon gar nicht. In Frankreich darf der Poet von der Galeere kommen, schreibt er etwas Neues, liest es alle Welt, loben es alle! Bei uns zu Haus liest keiner eher ein Buch, bis er sich über die solide Kondition des Dichters erkundigt - von seiner Tendenz überzeugt hat. Und wie Deutschland selbst Hartnäckigkeit für Konsequenz nimmt und eher Menschenwürde und Recht, als die traditionellen Kodexe lässt, so glaubt und urteilt es auch von den anderen Staaten wie von jedem einzelnen; sie glauben daheim nicht, dass man die Selbstüberschätzung gar bald verliert und, den Leichtsinn bitter bereuend, in der Fremde beiseite wirft; sie werden ihrer Dichter immer froh, jeder schätzt sich glücklich, Marterwerkzeuge für einen vom Volk geliebten Namen herbeizuschaffen; wen das Volk hoch anschlägt, kreuzigen sie hoch an, so war's und bleibt's bei uns.
Es ist überhaupt nicht mehr die Zeit für Gedichte, weder hier noch in Deutschland - in Deutschland schon gar nicht. In Frankreich darf der Poet von der Galeere kommen, schreibt er etwas Neues, liest es alle Welt, loben es alle! Bei uns zu Haus liest keiner eher ein Buch, bis er sich über die solide Kondition des Dichters erkundigt - von seiner Tendenz überzeugt hat. Und wie Deutschland selbst Hartnäckigkeit für Konsequenz nimmt und eher Menschenwürde und Recht, als die traditionellen Kodexe lässt, so glaubt und urteilt es auch von den anderen Staaten wie von jedem einzelnen; sie glauben daheim nicht, dass man die Selbstüberschätzung gar bald verliert und, den Leichtsinn bitter bereuend, in der Fremde beiseite wirft; sie werden ihrer Dichter immer froh, jeder schätzt sich glücklich, Marterwerkzeuge für einen vom Volk geliebten Namen herbeizuschaffen; wen das Volk hoch anschlägt, kreuzigen sie hoch an, so war's und bleibt's bei uns.
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