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Lebensnahe Satiren

Lebensnahe Satiren

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Da waren sie wieder, diese absurden Neuigkeiten, Nachrichten aus dem tägliche Leben, die einem humorvollen Menschen sofort anspringen. Man fragt sich, ist es denn möglich, dass es Menschen gibt, die sich so was ausdenken und es auch dann umsetzen? Wenn man mit offenem Auge durch die Welt geht, fallen einem diese Situationen, oft sind es auch Schildbürgerstreiche, sofort auf. Ich bereite diese Dinge gerne als kleine Geschichten auf, zugegeben, übertreibe sie auch oft ein wenig, um die Pointe herauszustreichen. Das kleine Lächeln, das sie dann beim Leser hervorzaubern, genieße ich. Leseprobe: Der Traum eines Verantwortlichen für das Gesundheitswesen im Jahr 2200 Der große Rat hat sich in der großen Glaskuppel des Gesundheitsministeriums für die Region EU-Donauländer zur jährlichen Beratung versammelt. Es ist die Jahresversammlung 2200 und es sollen neue Kriterien für das bereits weitgehend reformierte Pensions- und Krankenkassengesetz ausgearbeitet werden. Es geht vordringlich um die Festlegung der Grenzwerte für die ärztliche Betreuung, sowie um das Leistungsvolumen des Hauptverbandes der Versicherungsträger. Die Verwaltung und die Verantwortung wurden schon vor 150 Jahren dem großen Rat übertragen Die bisherige Altersgrenze für den Anspruch auf Leistungen aus dem Versicherungsfond der Krankenkasse von 80 Jahren soll auf 75 Jahre herabgesetzt werden. Es soll gewährleistet werden, dass nach Eintritt in den Ruhestand mit 70 Jahren niemand länger als fünf Jahre die Leistungen der Krankenkasse ausnützen kann. Mitbürger, die die Altersgrenze von 75 Jahren überschreiten sollen als Bürger Klasse II eingestuft werden. und haben keinen Anspruch auf weitere Medikamentenabgabe im Rahmen der Krankenversicherung. Fünf Jahre sind genug! Jene Mitbürger, die das Alter von 80 Jahren überschreiten, werden automatisch nach ihrem Ableben der medizinischen Analyse überantwortet, um wissenschaftlich feststellen zu können, was dieses Phänomen verursacht hat. Mitbürger, die nach Erreichung des Pensionsalters ohne großen Aufwand für die Allgemeinheit in einer noch zu bestimmenden Frist ableben, bekommen das Ehrenbürgerzeichen kostenlos auf dem Grabstein eingemeißelt. Krücken und Krankenbehelfe wie Rollstühle, die zur Erreichung des Arbeitsplatzes unbedingt nötig sind, Augengläser sowie Windeln werden nur mehr für im Arbeitsprozess stehende Arbeitnehmer ausgegeben und müssen dann mit Eintritt in die Pension bei der zuständigen Gebietsstelle abgegeben werden. Pensionsbezieher, die das 75gste Lebensjahr erreicht haben, müssen sich entweder in die Obhut ihrer Familien begeben, oder werden in Sammelstellen angenommen. Dort werden ihnen Kojen zugeteilt, wo sie die restliche Zeit bis zu ihrem Ableben warten müssen. Diese Kojen haben an der Rückseite eine Entsorgungsklappe, die sich automatisch öffnet, wenn keine Atemgeräusche mehr hörbar sind. Die Pensionen werden in Zukunft nicht mehr ausbezahlt, sondern es werden Punktescheine vergeben, mit denen eingekauft werden kann. Die Lobby der global wirkenden Konzerne schreibt vor, welche Artikel bezogen werden können. Ab einer Altersgrenze von 75 Jahren werden gewisse Warengruppen in diesem Punkteschein-System nicht mehr integriert...
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