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Heinrich Böll - Lesebuchtexte: Engagierter Zeitgenosse, angefeindeter Humanist

Heinrich Böll - Lesebuchtexte: Engagierter Zeitgenosse, angefeindeter Humanist

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"Wenn mich künftig einer fragt, was denn die Deutschen heute an Büchern von wirklicher Kraft und Wahrhaftigkeit vorzuweisen hätten, werde ich den 5 Böll nennen." Karl Korn, 1953, nach dem Erscheinen des Romans Und sagte kein einziges Wort (FAZ, Nr. 79, 4. April 1953).

Heinrich Böll (21.12.1917-16.7.1985) galt im In- und Ausland schon in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Repräsentant der modernen deutschen Literatur.

"Meine väterlichen Vorfahren kamen vor Jahrhunderten von den Britischen Inseln, Katholiken, die der Staatsreligion Heinrichs VIII. die Emigration vorzogen. Sie waren Schiffszimmerleute, zogen von Holland herauf rheinaufwärts, lebten immer lieber in Städten als auf dem Land, wurden, so weit von der See entfernt, Tischler. Die Vorfahren mütterlicherseits waren Bauern und Bierbrauer; eine Generation war wohlhabend und tüchtig, dann brachte die nächste den Verschwender hervor, war die übernächste arm, brachte wieder den Tüchtigen hervor, bis sich im letzten Zweig, aus dem meine Mutter stammte, alle Weltverachtung sammelte und der Name erlosch."

Böll verbrachte seine Kindheit in Köln in einem katholischen Milieu, das traditionell jede Obrigkeit ablehnte. Als eines von sechs Kindern erlebte er in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg die wirtschaftliche Not am eigenen Leib.

Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft von 1939 bis 1945 begann er 1951 als freier Schriftsteller in Köln. Er wurde der "Erzähler der von herber Sachlichkeit der Sprache, Neigung zur Manier minutiöser Wiedergabe der Außenwelt, atmossphärischer Dichte in der Schilderung unerbittlicher Alltagswirklichkeit" (Gero von Wilpert). Seine ersten Erzähllungen "Der Zug war pünktlich" und "Wanderer, kommst du nach Spa... erschienen 1950. 1951 erhielt er den Literaturpreis der "Gruppe 47". Nach der Verleihung des Büchner-Preises an Heinrich Böll schrieb Karl Heinz Bohrer: "Der bald fünfzigjährige Böll steht repräsentativ für die deutsche Nachkriegsliteratur.. Er ist ihr Klassiker." (FAZ Nr. 246,23.10.1967).

 

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