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Thomas Manns Tagebücher: Objektivität und politischer Verstand

Thomas Manns Tagebücher: Objektivität und politischer Verstand

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Thomas Mann sah klar voraus, dass Hitler das deutsche Volk in den Krieg führen wird; er äußerte sich über Hitler, als er in einer fränkischen Nazi-Zeitung die "Rede des Führers über Kultur" las: "Dieser Mensch, Exponent der kleinen Mittelklasse mit Volksschul-bildung, die ins Philosophieren geraten ist, ist wahrhaft eine kuriose Erscheinung. Gar kein Zweifel, dass es ihm, im Gegensatz zu Typen wie Göring und Röhm, nicht um Krieg, sondern um die 'deutsche Kultur' zu tun ist." (Fehleinschätzung! Krieg war das Ziel seiner Politik). "Die Gedanken, die er darüber, hilflos, sich immer wiederholend, unter beständigen Entgleisungen und in einem erbarmungswürdigem Stil, aneinander reiht, sind die eines hilflos bemühten Klippschülers. (Es ist anzunehmen, dass er einen Ghostwriter hatte). Sie könnten rühren, wenn sie nicht von so grauenhafter Unbescheidenheit zeugten. Nie haben die Mächtigen, die Tatmenschen des Weltgeschäftes, der Politik sich angemaßt, auf diese Weise die Lehrer eines Volkes, ja der Menschheit zu spielen. Weder Napoleon, noch Bismarck haben das getan. Sie haben eine Ordnung, eine Grundlage geschaffen nach ihrer Vision erzwungen, auf der das höhere geistige Leben, Wissenschaften und Künste, dann blühen oder nicht blühen mochten. Sie haben von diesem geistigen Leben staatlich gefördert und ausgezeichnet, was ihnen nützlich schien."

Der Verfasser Karl Schön, geboren 1935, war fast 40 Jahre als Diplom-Verwaltungswirt bei einer Bundesbehörde tätig. Viele Jahre war er freier Mitarbeiter von Zeitschriften und Zeitun-gen. Von 1977 bis 1987 gab er die Literaturzeitschrift "HORIZONTE" heraus. Schön lebt in einer Kleinstadt in Süddeutschland.

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