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Ich glaube nur, was ich sehe, und ich sehe Gespenster: Eine Autobiografie unter der Schizophrenie mit religiös-philosophischen Ideen

Ich glaube nur, was ich sehe, und ich sehe Gespenster: Eine Autobiografie unter der Schizophrenie mit religiös-philosophischen Ideen

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Das Buch beschreibt die Lebensgeschichte einer an Schizophrenie erkrankten Frau von der Kindheit mit den ersten Auffälligkeiten über ein Aha-Erlebnis in Schottland bis hin zum 40. Lebensjahr nach dem Verscheiden beider Eltern, als sie sich mit Voodoo das Rauchen abgewöhnt hat, um dem sozialen System zu trotzen. Das Buch ist angereichert mit Gedichten und religiös-philosophischen Ideen, die ja für Schizophrene so typisch sind.

Es beschäftigt sich mit Spuk, Bewusstseinserweiterung, dem Schrei nach Liebe, dem Scheitern an der Kirche, spontanen Beziehungen, beruflichem Versagen und dem alternativen Leben unter der Krankheit, u.a. dem Rauchstopp. Eine fast verschwindende Rolle spielt die tolerante und großzügige Mutter, die aber auch als Teufel wahrgenommen wird im Rahmen von familiärer Enge. Der nichts taugende Vater hingegen wird vom Wüterich zum Schlüssel zu den ruhmreichen Ahnen umfunktioniert.

Die Autorin kreist ferner um ihre Wahnvorstellungen, warum sie eine Helferpersönlichkeit namens Joan hat, die ausgerechnet aus Glasgow stammt, zu deren Geburtstag ihr ihre Mutter jedes Jahr eine Torte spendiert und warum sie ohne diese nicht funktioniert, obwohl sie doch verzweifelt versucht, normal zu sein....

Trauriges, Ernstes und Amüsantes, direkt aus dem Leben gegriffen. Bis auf den fiktiven Einstieg und abgeänderte Namen hält sich das Buch zu 100% an tatsächliche Begebenheiten und ist nicht langweilig psychologisch korrekt.

Das Buch beschäftigt sich mit dem Verlust des Glaubens durch die moralische Verkommenheit der Kirche und durch widersinnige Theologie. Am Ende des gegenwärtigen Standes verweigert die Autorin Kirche und einen Jesus, der ein Moralprediger war und der ein Sünder/Heuchler gewesen sein muss, denn nur Tiere und Menschen, die jenseits von Gut und Böse sind, können völlig unschuldig sein. Der ganze Heilsplan geht nicht auf: einen Adam hat es gegeben, aber einen Christus, - nimmer! Denn es gibt keine Unschuld. Dennoch steht da der Glaube an einen Gott und die Dankbarkeit für das wenige Gute im Leben.

Fertig gemacht von der Psychiatrie, den Willen gebrochen, die Gedanken kontrolliert, auf eine demütigende Weise chemisch kastriert, so zugepumpt, dass sie nicht als Übersetzer arbeiten kann noch länger Sprachen lernen kann, dass sie nicht einmal ihren Haushalt alleine führen kann, dass ihr 4€ am Tag für ihre Ernährung bleiben..., dennoch immer noch ein Danke an den da oben, sei es bloß, weil man Reinigungsmittel hat, um Klo und Katzenklo zu putzen.

Zu dem Buch gibt es einen Gedichteband namens "Ich liebe Schnecken". 

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