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Universitatsverlag Winter

Kompensation und Kontingenz in deutschsprachiger Literatur

Kompensation und Kontingenz in deutschsprachiger Literatur

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Die Persistenz von Denkschemata und narrativen Praktiken der "permanenten Theodizee" (Bohrer) und der "Kompensation" (Marquard) ist in der deutschsprachigen Literatur seit Leibniz und den literarischen Theodizeen bis hin zu den Holocaust-Romanen der Gegenwart ein zentrales Phanomen, das in der Forschung noch keine Gesamtdarstellung gefunden hat. Der starken 'Doktrin des Guten', die in all diesen literarischen Kompensationsmustern uneingeschrankt waltet, steht aber eine vergleichsweise seltenere Kontingenz-Asthetik gegenuber, die das Aleatorische und Bedrohliche, das Bose und die Apokalypse, ja auch die Notwendigkeit einer Lebensakrobatik zumeist ohne Entlastungen und Beschwichtigungen privilegiert. Bedeutet "Kompensation" in der Alltagswelt etwa Zwischenlosung, ist sie in der Literatur doch nur eine sublime Form von Verrat an der schonen Unbestimmtheit. Diesem Gesamtkomplex sind die in dem Buch enthaltenen Studien gewidmet.

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