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Logos Verlag Berlin

Domitian: Auffassung und Ausubung der Herrscherrolle des letzten Flaviers

Domitian: Auffassung und Ausubung der Herrscherrolle des letzten Flaviers

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Die Quellen uberliefern uns Titus Flavius Domitianus als schlechten Herrscher. Doch wenn man sich dem letzten Flavier jenseits der Zuschreibungen nahert und primar seine Handlungen betrachtet, zeigt sich ein fahiger, ja guter Kaiser mit einem schlechten Image. Die senatorischen Quellen sind somit keine Zeugnisse fur Domitians Herrschaftspraxis, sondern bieten einen Blick auf die Schwierigkeiten und Irritationen, die der Senat mit ihm hatte. Die pseudorepublikanische Gestaltung des Prinzipats durch Augustus trug eine Paradoxie in sich, und der Umgang damit trennt die guten von den schlechten Herrschern. Gut waren diejenigen, die die paradoxe Kommunikation beherrschten und den Senat zufrieden stellten. Schlecht waren diejenigen, die dies nicht vermochten oder nicht wollten. Der letzte flavische Herrscher bruskierte die senatorische Gruppe nicht vorsatzlich. Soweit er es wusste, erfullte er die Erwartungshaltung; zugleich agierte er teils stark autokratisch und zeigte, dass er der Herrscher des Reiches sein wollte. Dem Senat unter Domitian wiederum gelang die Anpassung an das System Domitian nicht. Ein Manko von Domitians Herrschaft, das sich hier rachte, war das Fehlen von Vertrauten. Keiner konnte den Herrscher darauf hinweisen, dass eine Entscheidung oder Massnahme moglicherweise seine Stellung und Legitimitat gefahrdete.

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