Psychosozial-Verlag
Kinderheim Baumgarten
Kinderheim Baumgarten
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Bernfelds Versuch mit neuer Erziehung im Kinderheim Baumgarten ist zunächst ein Mittel im Kampf um gesellschaftliche Veränderung. Der erziehungswissenschaftliche Ertrag besteht in einer systematischen Begründung eines sozialpädagogischen Konzepts, in dessen Zentrum die Schulgemeinde steht. Ontogenetisch argumentiert Bernfeld mit einer psychoanalytisch fundierten Bildungstheorie, phylogenetisch mit einer Art evolutionstheoretischer Moralgeschichte.
Bernfeld erkennt, dass die verwahrlosten Kinder im Kinderheim Baumgarten wesentliche Voraussetzungen zum Aufbau einer Schulgemeinde nicht mitbringen. Ein wesentlicher Anteil seiner theoretischen Überlegungen fokussiert diese impliziten Voraussetzungen bürgerlicher Pädagogik unter dem Begriff Erziehbarkeit. Der wenig fortgeschrittene Sozialisationsgrad zwingt Bernfeld zu Improvisationen, die letztendlich das Spezifische der Schulgemeinde in der Jugendfürsorge begründen.
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