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Bernd E. Scholz

Klaus Schrott in Russland: Ein Poem in Versen

Klaus Schrott in Russland: Ein Poem in Versen

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Der deutsche Barde und Cartoonkünstler "Äxel" (d.i. Axel Pelz) und der russische Dichter "Borjé" (d.i. Olexa Nudelman) begegnen sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts und beschließen, eine Business-Reise nach Russland zu unternehmen. Der russische Dichter schreibt seine Verse, die sie gemeinsam in deutsche Verse übertragen, die von Äxel ausgiebig mit Cartoons versehen werden. Herausgekommen ist die erste gereimte Geschichte eines imaginären Deutschen mit dem sprechenden Namen "Klaus Schrott", der weitere Geschichten folgen sollen, wie "Klaus Schrott und Gott" oder "Klaus Schrott und die Frauen". Die Verse sind ein überzeugendes Beispiel für interaktive deutsch-russische Kommunikation. Und dabei sind sie noch überaus lehrreich und vergnüglich. Borjé sieht seine Erfindung so: "Wer ist Klaus Schrott? Klaus Schrott ist in gewissem Sinne ein Kind und wir sind sozusagen seine Eltern, obwohl Klaus Schrott andererseits unser Meister ist und wir seine schlechten Schüler sind oder besser gesagt - Klaus Schrott ist eine ungeheure Menge an ungebrauchter Energie und purer Lust am Leben. Der meiste Schrott wird durch Unfälle, Explosionen und Kriege verursacht. Bei Klaus Schrott ist es nicht anders. Also ist Klaus Schrott prinzipiell ein Krieger. Weil er aber nie genug kriegen kann, kriegt er auch meistens gar nix. Und eben damit gibt sich Klaus zufrieden. Eigentlich passt Klaus Schrott in keinen Rahmen, selbst nicht in den Rahmen eines Buches, ganz zu schweigen von einer Gesellschaft oder Konfession. Und angenommen einer hätte das versucht, dann würde Klaus' Nase ohnehin alle Grenzen und Rahmen sprengen. Denn Klaus ist stets am Suchen, sei es ein Job, Sinn des Lebens oder auch eine Ehefrau. Offensichtlich ist Klaus ein Deutscher. Aber ist es wirklich so offensichtlich? Die Tatsache, daß sich unter dem Namen Schrott auch ein ewiger Ausländer verbergen kann, macht den Klaus besonders beliebt, selbst im Kreis der intellektuellen Auswanderer, ich meine damit die ewig unzufriedenen
Brillen- und Bartträger. Klaus' Eltern behaupten, Klaus sei 29. Er selbst aber meint, wenigstens schon seit dem Baumabstieg der Affen auf der Erde gelebt zu haben, unter verschiedenen Namen natürlich, in verschiedenen Ländern, z.B. als Jewgeni Onegin in Ruß(ss)land oder auch als Schwejk in Tschechien. Ob man ihm Glauben schenken soll? Nimmt man also auf sein biblisches Alter Rücksicht, darf man dem Klaus auch manche Übertreibung verzeihen, denn die Realität, in der Klaus lebt, unterscheidet sich drastisch von der unseren. Und die Vermutung, daß in dieser Klaus-Schrott-Dimension solche Phantasien womöglich zum Alltag gehören, wird sogar seine Welt für uns Sterbliche zugänglicher machen. Haben Sie den Eindruck gewonnen, dass sich Klaus in einem Märchenland herumtreibt? Nein, dieses Land ist tatsächlich spürbar, sei es die Bundesrepublik Deutschland oder das einstige Ruß(ss)land in der ehemaligen UdSSR. Bloß sieht Klaus diese Welt ganz anders. Entspannter? Vielleicht."
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